Wie lange sitzt du schon da?

Ergonomie am Arbeitsplatz und vor dem Fernseher

Aus unserer AgenturTipps & Tricks
Auf der Arbeit, in der Uni oder vor dem Fernseher verbringen wir die meiste Zeit mit Sitzen. Dabei braucht unser Körper Bewegung. Tipps dem ständigen Sitzen entgegenzuwirken gibt es einige.

Während wir versuchen, Low Carb zu essen und abends noch zum Sport zu gehen, „übergehen“ fast alle ein zentrales Gesundheitsrisiko. Das Sitzen. Ich bin mir sicher – nur wenige können sich als Nicht-Sitzer outen. Allein auf der Arbeit oder in der Uni verbringen wir fast den ganzen Tag mit Sitzen. Der verhängnisvolle Sitzplatz verfolgt uns aber auch auf dem Rückweg mit dem Auto, dem Bus oder der Bahn und lässt uns auch Zuhause vor dem Fernseher nicht los.

Über die verheerenden Nachteile, die uns diese Bequemlichkeit oder eben unser Arbeitsplatz bringt, müssen wir hier nicht mehr groß reden. Es ist mittlerweile bekannt, dass unser Herz-Kreislauf-System und andere Körperfunktionen im Sitzen kaum arbeiten und das Krebs- & Diabetes-Risiko enorm steigt. Kurz eben: Sitzen ist das neue Rauchen.
Das Augenmerk liegt also eher darauf, wie man seinem Schicksal als „Sitzer“ entgegenwirken kann.

Aller Anfang ist schwer …
Laut einer Studie der DKV (2018), sitzen die Deutschen täglich etwa 7,5 Stunden. Würde man davon etwa eine ¾ Stunde am Tag stehen, gehen oder laufen, tut man sich im Jahr ungefähr 274 Stunden etwas Gutes. Körper & Geist sind auf Bewegung ausgerichtet und somit dankbar für jede aktive Minute.

So sitze ich weniger!
Überwinde ich meinen inneren Schweinehund, ergeben sich eigentlich viele Gelegenheiten, bei denen ich mich bewegen könnte. Den Weg zur Arbeit fahre ich mit zwei Bussen – die erste Fahrstrecke bewältige ich in 25 Minuten zu Fuß, also eigentlich total machbar und eben sogar sinnvoll!
Auf meinem Schreibtisch steht immer eine 1,5 L Wasserflasche – Trinken ist sowieso superwichtig und hat den Nebeneffekt, dass ich regelmäßig eh mal aufstehen muss …
Auf dem Heimweg spar ich mir wieder einen Bus. Und nach einem langen Tag im Büro verleitet es mich meist noch zu einer kurzen Jogging-Runde.

Wie bewegst du dich am Tag ein bisschen mehr?
Super wichtig ist längere Sitzphasen regelmäßig – auch nur durch kurze Steh- oder Gehpausen – zu unterbrechen. Daher folgen nun ein paar simple Tipps, um auf dem Weg zum und im Büro öfter mal in die Gänge zu kommen:

  • Auf dem Weg hin, eine Station früher aussteigen oder das Auto weiter weg parken.
  • Die Treppe statt den Lift nehmen.
  • Kurze Meetings und Telefonate im Stehen abhalten.
  • Bei Fragen an einen Kollegen zu seinem Büro gehen, keine E-Mail schreiben.
  • Drucker, Locher etc. in einen anderen Raum bringen.
  • Stehtische beschaffen – Kreativprozesse werden viel besser im Stehen vollzogen.
  • Nach Feierabend erst mal eine Runde mit dem Freund spazieren, bevor man sich ins Café setzt.
  • Kleine Besorgungen ohne das Auto erledigen – Gut für dich und deine Umwelt.
  • Schritt-Challenges innerhalb und zwischen Firmen.

Aber auch der Bürostuhl kann dir mehr bieten:

  • Sorge für eine gesunde Sitzposition (Beine und Arme im 90° Winkel und Bildschirm 50-75 cm entfernt).
  • Zoome den Bildschirm groß heran, es verhindert, dass du dich beim Lesen weiter nach vorne lehnst.
  • Sitzbälle oder Ballkissen als Alternativen nutzen (max. dreimal 20 Minuten/Tag).
  • Es gibt zahlreiche Übungen, die man leicht im Bürostuhl ausführen kann, ohne dabei aufzufallen.

Der letzte Punkt führt mich zu Martin Gerhard Reisenberg, der sagte: „Bewegt sich ein Mensch geschickt genug auf der Stelle, findet seine Flexibilität viele Bewunderer.“

Beim Verfassen dieses Artikels bin ich dreimal aufgestanden, habe zwei Liter Wasser getrunken, habe insgesamt 40 Minuten auf einem Sitzball balanciert und mir fest vorgenommen, auf einen der beiden Busse zu verzichten.

(geschrieben von Angelina Langohr für etcetera)

Vorheriger Beitrag
Wenn die Lösung in der Lösung steckt
Nächster Beitrag
Veranstaltungen unter Denkmalschutz

Neueste Beiträge

Kategorien

Menü